Hyperemesis gravidarum. Eine besondere Form der Schwangerschaftsübelkeit

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Morgendliche Übelkeit, die auch mit Erbrechen einhergehen kann, ist für die meisten werdenden Mütter ein stetiger Begleiter in der frühen Schwangerschaft. Als Auslöser vermuten Fachleute unter anderem ein bestimmtes Schwangerschaftshormon, das sogenannte humane Choriongonadotropin (HCG). Dieses produziert der Körper der Frau nach Befruchtung der Eizelle verstärkt. Wie der Name es verrät, tritt die Übelkeit meistens am Morgen auf, kann allerdings auch über den Tag anhalten. Oft lösen Gerüche oder Düfte ein solches Gefühl von Abneigung oder sogar Ekel hervor, dass sich die Frau übergeben muss.

Diese Schwangerschaftsübelkeit ist zweifelsohne unangenehm, jedoch in der Regel unbedenklich. Nach den ersten drei Monaten vergeht sie meist von alleine wieder. Frauen, die an Schwangerschaftsübelkeit leiden, können versuchen, die Beschwerden mit kleinen Tricks zu lindern:

  • Essen Sie morgens noch vor dem Aufstehen ein Stück Zwieback oder trockenes Brot. Auch ein Glas Milch in kleinen Schlucken kann Ihnen unter Umständen helfen.
  • Nehmen Sie über den Tag verteilt mehrere kleine Mahlzeiten zu sich.
  • Ein Ingwertee kann bei Übelkeit ebenfalls Abhilfe schaffen. Wer möchte, kann auch Ingwer-Produkte in Form von Kapseln oder Sirup ausprobieren.
  • Meiden Sie strikt strenge Gerüche –  egal ob Essensgerüche, intensive Düfte in einer Parfümerie, eines Deos oder frisch gewaschener Wäsche.

Hyperemesis gravdidarum – eine besonders schwere Schwangerschaftsübelkeit

Was für jede werdende Mutter wichtig ist: Eine länger anhaltende Schwangerschaftsübelkeit gehört unbedingt in die Hände ihres Arztes. Er kann herausfinden, ob möglicherweise ein Infekt die Beschwerden auslöst oder eine besonders schwere Form der Schwangerschaftsübelkeit vorliegt, die sogenannte Hyperemesis gravdidarum. Diese kommt bei etwa 1 von 100 Schwangerschaften vor und ist damit nicht sehr häufig, doch andauernde Übelkeit und Erbrechen können in diesem Fall zu ernst zu nehmenden Komplikationen führen.

Hyperemesis gravdidarum dringend behandeln

Schwangere, die mit der verstärkten Form des Schwangerschaftserbrechens zu kämpfen haben, müssen sich häufig zwischen fünf- und zehnmal am Tag übergeben. Ihr flauer Magen hängt dabei aber nicht mit dem zusammen, was sie vorher gegessen oder getrunken haben. Es gibt verschiedene Ursachen, die sich hinter der Komplikation verbergen können: So können zum Beispiel er sich verändernde Hormonspiegel, aber auch psychische Ursachen wie Stress oder Angst das übermäßige Erbrechen auslösen können. Betroffene Frauen verlieren bei einer Hyperemesis gravidarum schnell an Gewicht. Außerdem sind sie nicht ausreichend mit Flüssigkeit und Nährstoffen versorgt. Dies führt dazu, dass sie sich sehr schlapp und kraftlos fühlen und durch den Nährstoff- und Flüssigkeitsmangel sowohl Mutter als auch Kind Gefahr laufen, Schaden zu nehmen. Durch das vermehrte Erbrechen kann es auch zu Funktionsstörungen der Leber und des Stoffwechsels bei der Schwangeren kommen. Daher ist es wichtig, dass Frauen mit anhaltenden Beschwerden ihren Arzt oder eine Klinik aufsuchen, damit diese wichtige Maßnahmen einleiten und der Schwangeren helfen können.

Damit Mutter und Kind bei einer Hyperemesis gravidarum bestmöglich versorgt sind, ist ein Aufenthalt im Krankenhaus notwendig. Hier wird die werdende Mutter je nach Schwere der Symptome behandelt. Dazu gehören Infusionen, um den Nährstoff- und Flüssigkeitsverlust auszugleichen, die Umstellung der Ernährung auf mehrere kleine Speisen am Tag oder auch bestimmte Medikamente gegen Übelkeit und Erbrechen, die Sie unter ärztlicher Kontrolle erhalten. Auch ganz wichtig: der seelische Beistand in dieser fordernden Phase der Schwangerschaft und die Möglichkeit, sie stressfrei zu bewältigen. 

Quellen: 

Haag P, Hanhart N, Müller M. Gynäkologie und Urologie für Studium und Praxis. Medizinische Verlags- und Informationsdienste, Breisach, 2016.

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Fragen zum Thema Schwangerschaftsübelkeit

In den ersten zwei Dritteln der Schwangerschaft ist die Behandlung von Übelkeit mit Vomex A generell möglich. Bisher liegen keine gesicherten Hinweise vor, dass Dimenhydrinat die Entwicklung des Ungeborenen in den ersten zwei Dritteln der Schwangerschaft beeinträchtigt. Nehmen Sie Vomex A in der Schwangerschaft jedoch nur nach Rücksprache mit einem Arzt ein!