Was tun bei verdorbenem Magen?

Ursache der Beschwerden sind giftige Stoffe, die in verdorbenen Lebensmitteln enthalten sind.

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Im Sommer bei hohen Temperaturen, im Ausland oder nach einer langen Partynacht ist es schnell passiert: Durch schlechtes Essen oder übermäßiger Alkoholgenuss kommt es zu einem verdorbenen Magen mit Übelkeit, Erbrechen und Durchfall. Ursache der Beschwerden sind giftige oder schädliche Stoffe, die von Bakterien oder Schimmelpilzen in verdorbenen Lebensmitteln produziert werden oder in Genussmitteln wie Alkohol enthalten sind. Diese lösen im Körper eine Abwehrreaktion aus, die darauf abzielt, die Giftstoffe so schnell wie möglich aus dem Magen-Darm-Trakt zu entfernen, bevor sie weiter in das Körperinnere vordringen und ernsthafte Schäden verursachen können.

Da die Schutzreaktion unseres Körpers für uns lebensnotwendig sein kann, sollten Sie Erbrechen und Durchfall bei verdorbenem Magen zunächst nicht mit Medikamenten unterbinden. Umso mehr fragen sich viele Menschen, die in der akuten Phase mit heftiger Übelkeit und Erbrechen zu kämpfen haben, wie Sie die unangenehmen Symptome dennoch lindern und sich Erleichterung verschaffen können. Tatsächlich gibt es verschiedenste Hausmittel aber auch Medikamente, die bei Übelkeit und verdorbenem Magen gute Dienste leisten können.

So können Sie sich vor einem verdorbenen Magen schützen

Vorbeugen ist die beste Medizin: Mit einigen einfachen Maßnahmen können Sie sich oftmals vor einem verdorbenen Magen schützen:

  • Lagern Sie tierische Lebensmittel wie Fleisch, Fisch, Geflügel und Eier immer gut gekühlt
  • Garen Sie tierische Lebensmittel vor dem Verzehr gut durch und meiden Sie insbesondere den Verzehr roher Meeresfrüchte
  • Waschen Sie Obst und Gemüse vor dem Verzehr gründlich mit sauberem Wasser
  • Meiden Sie vor allem beim Urlaub in Ländern, in denen keine optimale Trinkwasserqualität gewährleistet ist, den Verzehr von rohem Obst und Gemüse oder verspeisen Sie dieses nur geschält.

Im Krankheitsfall: Schonkost und ausreichende Flüssigkeitszufuhr

  • Während der akuten Phase scheidet der Körper viel Flüssigkeit aus. Achten Sie deshalb auf eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr. Am besten eignen sich stilles Wasser, Kräuter- und Ingwertee.
  • Sobald es Ihnen bessergeht sollen Sie wieder ein wenig Nahrung zu sich zu nehmen. Insbesondere leicht verdauliche Speisen wie Zwieback, trockenes Weißbrot, gekochter Reis, geriebener Apfel oder eine leichte Brühe haben sich bei verdorbenem Magen bewährt.
  • Cola und Salzstangen, die lange Zeit als Klassiker bei Durchfall galten, sind nicht empfehlenswert und können aufgrund des enthaltenen Zuckers und der Kohlensäure die Beschwerden sogar verstärken.

Mit Ruhe, frischer Luft und Duftölen gegen die Übelkeit

  • Gönnen Sie sich bei einem verdorbenen Magen viel Ruhe und versuchen Sie viel zu schlafen, da ihr Körper durch das häufige Erbrechen und den Flüssigkeits- und Mineralstoffverlust geschwächt ist.
  • Ein einfaches Hausmittel gegen Übelkeit und Erbrechen sind frische Luft und Sauerstoff: Gehen Sie ein wenig ins Freie oder öffnen Sie das Fenster und atmen Sie tief ein und aus.
  • Riechfläschchen wurden bereits vor Jahrhunderten gegen Übelkeit eingesetzt. Besonders empfehlenswert sind Zitrusdüfte wie Grapefruit, Limette und Zitrone.
  • Auch gezielter Druck auf bestimmte Akupunkturpunkte soll Übelkeit lindern. Ein Beispiel ist der Druckpunkt P6 an der Innenseite des Handgelenks auf Höhe des Pulses. Entsprechende Akupressurbänder für das Handgelenk erhalten Sie im Fachhandel oder über das Internet.

Medikamente

Heutzutage gibt es wirksame Medikamente, die bei Übelkeit schnell Abhilfe schaffen und gut verträglich sind. Ein bewährter Wirkstoff ist beispielsweise Dimenhydrinat (z.B. in Vomex A), den Sie in der Apotheke erhalten.

Ein verdorbener Magen bei Kindern

Kleine Kinder leiden häufiger an einem verdorbenen Magen als Erwachsene und benötigen dann besonders viel Zuwendung. Achten Sie vor allem auf eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr, da vor allem kleine Kinder schnell dehydrieren. Beim Erbrechen beruhigt es die meisten Kinder, wenn die Mutter ihre die Stirn hält. Spülen sie den Mund des Kindes abschließend mit Wasser oder Tee aus, um den unangenehmen Geschmack zu vertreiben. Wenn Fieber und Durchfall hinzukommen oder das Kind apathisch wirkt, sollten Sie unbedingt Ihren Kinderarzt aufsuchen.

Weitere hilfreiche Hinweise und Tipps bei Übelkeit bei Kindern finden Sie auch in unserem Beitrag „Meinem Kind ist übel – was soll ich tun?“

Vorsicht bei besonderen Risikogruppen

Für Schwangere, Senioren, kranke Menschen oder Menschen mit geschwächtem Immunsystem kann eine Lebensmittelvergiftung gefährlich werden. Sie sollten bei einem entsprechenden Verdacht auf jeden Fall einen Arzt aufsuchen. Das gleiche gilt bei besonders starken oder langanhaltenden Beschwerden oder wenn zusätzliche Symptome wie Fieber oder Blut im Erbrochenen hinzukommen. Detaillierte Informationen, in welchen Fällen bei Übelkeit und Erbrechen ärztlicher Rat erforderlich ist, finden Sie auch in unserem Beitrag „Wann wird Übelkeit gefährlich?“.

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Fragen zum Thema Verdorbener Magen

Hinter einer Vergiftung muss nicht gleich "Arsen" stehen, auch viel alltäglichere Gründe können der Auslöser sein. Sie reichen von verdorbenen Lebensmitteln und übermäßigem Alkoholkonsum bis hin zu Vergiftungen durch die Aufnahme chemischer Substanzen.

Im Fall einer Vergiftung versucht Ihr Körper die Auslöser dieser Vergiftung, bzw. Toxine auszuscheiden, zu diesem Zweck löst Ihr Körper den Vorgang des Erbrechens aus. Daher sollte Vomex A erst eingesetzt werden, wenn das Erbrechen länger als einen Tag anhält.