Übelkeit bei Reisen mit Schiff & Fähre

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Kreuzfahrten liegen im Trend! An Bord der komfortablen Schiffe kann man herrlich vom Alltag abschalten und sich verwöhnen lassen. Doch auch kürzere Schifffahrten, um beispielsweise Sehenswürdigkeiten vom Wasser aus zu entdecken, sind beliebte Ausflugsziele. Besonders für Kinder, junge Erwachsene und Frauen kann die Fahrt jedoch zur Qual werden, da diese häufig seekrank werden. Typische Symptome sind Kreislaufbeschwerden, Kopfschmerzen, Schweißausbrüche sowie Übelkeit und Erbrechen. Ursache der Seekrankheit ist – genau wie bei der Reisekrankheit – ein Sinneskonflikt. An Bord eines Schiffes reizt nämlich das Schaukeln das Gleichgewichtsorgan im Innenohr. Die Augen registrieren jedoch – insbesondere unter Deck – keine Bewegung. Das Gehirn kann diese Widersprüche nicht einordnen, woraufhin im Körper verschiedene Botenstoffe, darunter auch Histamin, ausgeschüttet werden. Übelkeit und Erbrechen entstehen. Lesen Sie in diesem Beitrag, wie Sie Ihre Schifffahrt unbeschwert genießen können.

So können Sie der Seekrankheit vorbeugen

Neben den allgemeinen Tipps zur Vorbeugung von Reiseübelkeit wie ausreichend Schlaf, leichte Kost, dafür aber keinen Kaffee, Nikotin, Alkohol oder fettes Essen, sollten Sie zudem folgende Verhaltensmaßnahmen an Bord eines Schiffes beachten:

  • Trainieren Sie schon vor Reiseantritt Ihren Gleichgewichtssinn! Spezielle Übungen hierfür finden Sie in unseren Beitrag „Reisen mit dem Zug“.
  • Packen Sie in Ihr Gepäck ein Medikament gegen Reisekrankheit ein. Bewährt haben sich beispielsweise Arzneimittel mit dem Wirkstoff Dimenhydrinat. Dieser wirkt direkt im zentralen Nervensystem und unterdrückt innerhalb von 15 bis 30 Minuten Übelkeit und Brechreiz. Dimenhydrinathaltige Arzneimittel wie Vomex A gibt es in Form von Dragees, Zäpfchen, Saft oder Retardkapseln rezeptfrei in Ihrer Apotheke. Speziell für unterwegs gibt es Vomex A Reise als Sublingualtablette, die ohne Wasser unter der Zunge zergeht.
  • Buchen Sie eine Außenkabine mit Fenster! Dann können Sie sehen, woher das Schaukeln des Schiffes kommt und so dem Konflikt zwischen Innenohr und Augen vorbeugen.
  • Halten Sie sich möglichst viel an der frischen Luft in der Nähe des Schwerpunktes, der Schiffsmitte, auf. Dort sind die Bewegungen am geringsten.
  • Schauen Sie auf die Küste oder den Horizont. Vermeiden Sie es, zu lesen, fernzusehen oder zu stricken.
  • Einige Menschen bekommen schon allein von dem Gedanken an leichten Seegang einen flauen Magen. Versuchen Sie, sich abzulenken, und reden Sie nicht von der Übelkeit.
  • Meiden sie Lebensmittel wie beispielsweise lange gereiften Hartkäse, geräuchertes Fleisch, Salami, Fischkonserven, Sauerkraut, Spinat, Tomaten, Auberginen, Rotwein, Weizenbier oder Schokolade, da diese reich an Histamin sind und somit Übelkeit und Erbrechen fördern sollen.
  • Legen Sie sich bei akuter Reisekrankheit flach auf den Rücken, schließen Sie die Augen und halten Sie den Kopf ruhig. Versuchen Sie, etwas zu schlafen! So können Sie nichts mehr sehen (visuelle Eindrücke fallen weg) und der Gleichgewichtssinn wird ausgeschaltet.
  • Manchen hilft auch ein Akupressur-Armbändchen. Dieses übt Druck auf einen bestimmten Punkt auf Ihren Unterarm aus, der den Magen beruhigen soll. Oder vielleicht hilft Ihnen eine Brille gegen Seekrankheit? Diese haben eine Art künstlichen Horizont eingebaut, der sich mit dem Schiff mitbewegt. Dadurch wird die Wahrnehmung der Augen mit der des Gleichgewichtsorganes aufeinander abgestimmt.
  • Alternativ können sie der Seekrankheit auch mit Ingwer vorbeugen oder diese lindern. Bei den Matrosen gilt diese tropische Gewürzpflanze schon lange als wirksames Mittel gegen Übelkeit und Erbrechen. Auf Schifffahrten kauten die Männer damals die rohen Wurzeln. Heutzutage gibt es die Ingwerpräparate auch als Tabletten oder Kapseln. Mehr zu diesem Thema erfahren Sie in unserem Beitrag „Ernährungstipps bei Übelkeit“.
  • Trinken Sie genug! Wenn Sie sich erbrechen mussten, ersetzen Sie den Flüssigkeitsverlust mit Getränken, die beruhigend auf Ihren Magen wirken. Geeignet sind beispielsweise Kamillentee, Salbeitee oder schwarzer Tee.
  • Nach zwei bis vier Tagen hat sich Ihr Körper an das Schaukeln „Ihres“ Schiffes gewöhnt. Sollten Sie allerdings in ein anderes Schiff umsteigen, beispielsweise für einen Landausflug, beginnt die Reisekrankheit wieder aufs Neue. Einen kleinen Trost gibt es trotzdem: Sobald Sie wieder feste Erde unter Ihren Füßen haben, geht es Ihnen wieder besser.

Wenn Sie mehr zu dem Thema Reiseübelkeit erfahren möchten, lesen Sie auch folgende Beiträge:

 

Quellen:

Online-Informationen der Schweizerischen Interessengemeinschaft Histamin-Intoleranz: Histaminintoleranz. 

Online-Informationen zur Brille gegen Seekrankheit. 

HNO: Kinetosen. Ausgabe 5/2000. 

Heilberufe: Wenn Übelkeit mit an Bord ist. Ausgabe 5/2015.  

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Hinter einer Vergiftung muss nicht gleich "Arsen" stehen, auch viel alltäglichere Gründe können der Auslöser sein. Sie reichen von verdorbenen Lebensmitteln und übermäßigem Alkoholkonsum bis hin zu Vergiftungen durch die Aufnahme chemischer Substanzen.

Im Fall einer Vergiftung versucht Ihr Körper die Auslöser dieser Vergiftung, bzw. Toxine auszuscheiden, zu diesem Zweck löst Ihr Körper den Vorgang des Erbrechens aus. Daher sollte Vomex A erst eingesetzt werden, wenn das Erbrechen länger als einen Tag anhält.