Hobby Boot II: Erste Hilfe bei Seekrankheit

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Die Seekrankheit kann jeden treffen: Den Hobby-Schnorchler, der mit den Boot zu den schönsten Schnorchelrevieren fährt, den Segler beim Inselhopping im ionischen Meer oder den erfahrenen Matrosen, der schon seit Jahren zur See fährt. Die Betroffenen leiden unter Kreislaufbeschwerden, Kopfschmerzen, Schweißausbrüchen sowie Übelkeit und Erbrechen. Lesen Sie hier, wie Sie sich vor den unangenehmen Beschwerden am Besten schützen und so Ihren Segeltörn oder Bootsausflug unbeschwert genießen können.

Vermeiden Sie Sinneskonflikte

Ursache der Seekrankheit ist ein Sinneskonflikt. Dieser entsteht, wenn Sie an Bord eines Schiffes beispielsweise lesen oder mit Ihrem Smartphone im Internet surfen. Bei diesen Tätigkeiten blicken Sie auf einen ruhenden Punkt, sodass Ihre Augen keine Bewegungen wahrnehmen. Das im Innenohr gelegene Gleichgewichtsorgan registriert jedoch die Schaukelbewegungen des Schiffes. Die Folge dieser widersprüchlichen Informationen sind Übelkeit, Erbrechen und Kreislaufbeschwerden. Anstatt zu lesen sollten Sie daher besser die Wellen und den Horizont beobachten. So wissen Sie schon im Voraus, ob das Schiff nach oben steigt oder in ein Wellental sinkt. Dies beugt dem Sinneskonflikt zwischen Auge und Innenohr vor. Zudem sollten Sie bei starkem Seegang Ihren Kopf nicht schnell bewegen. Grund hierfür ist die Coriolisbeschleunigung).

Weitere Tipps zur Vorbeugung der Seekrankheit

  • Halten Sie sich möglichst viel an der frischen Luft in der Schiffsmitte auf. Rollbewegungen sind dort am geringsten.
  • Achten Sie auch darauf, wie es riecht, denn Essensgerüche oder ausgelaufener Diesel können die Entstehung der Seekrankheit begünstigen.
  • Beteiligen Sie sich bei Segelschiffen aktiv an der Segelarbeit. Steuern beispielsweise ist ideal, denn man ist draußen an der frischen Luft und muss sich auf den Horizont konzentrieren. Dies mindert den Sinneskonflikt und lenkt Sie ab.
  • Während Ihres Segeltörns oder Bootsausfluges sollten Sie keinen Alkohol zu sich nehmen. Auch auf große Essensportionen sollten Sie besser verzichten. Es spricht aber nichts gegen kleine Snacks wie beispielsweise Salzbrezeln, trockenes Weißbrot oder Knäckebrot. Trinken Sie Kamillentees, schwarze Tees oder Salbeitees. Diese beruhigen den Magen und können – falls Sie sich erbrechen mussten – den Flüssigkeitsverlust ausgleichen.
  • Ein natürliches Mittel gegen Seekrankheit ist Ingwer. Diesen kann man entweder in Form von Tabletten oder Kapseln kaufen, als Tee zu sich nehmen oder roh kauen. Mehr zu diesem Thema erfahren Sie in unserem Beitrag „Ernährungstipps bei Übelkeit“.
  • Packen Sie für den Fall der Fälle ein Medikament gegen Reisekrankheit ein und tragen Sie dieses griffbereit bei sich. Bewährt haben sich Arzneimittel mit dem Wirkstoff Dimenhydrinat wie beispielsweise Vomex A. Diese wirken direkt im zentralen Nervensystem und lindern die Übelkeit sowie den Brechreiz innerhalb von 15 bis 30 Minuten.

Quellen:

Scherer H. Das Gleichgewicht II: Erkrankungen, Kinetosen, Differentialdiagnose, Therapie. Springer Verlag 2013.

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Hinter einer Vergiftung muss nicht gleich "Arsen" stehen, auch viel alltäglichere Gründe können der Auslöser sein. Sie reichen von verdorbenen Lebensmitteln und übermäßigem Alkoholkonsum bis hin zu Vergiftungen durch die Aufnahme chemischer Substanzen.

Im Fall einer Vergiftung versucht Ihr Körper die Auslöser dieser Vergiftung, bzw. Toxine auszuscheiden, zu diesem Zweck löst Ihr Körper den Vorgang des Erbrechens aus. Daher sollte Vomex A erst eingesetzt werden, wenn das Erbrechen länger als einen Tag anhält.