Hobby Boot I: Warum werden wir seekrank?

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Hobby-Seefahrer und Segler sind bei Wind und Wasser buchstäblich in ihren Elementen. Die Weiten der Wasserfläche und das Panorama küstennaher Landschaften sind mit nichts zu vergleichen. Umso ärgerlicher ist es, wenn diese „quality time“ durch Seekrankheit beeinträchtigt wird. Viele erfüllen sich den Traum vom eigenen Boot oder Schiff, um ihrer Leidenschaft noch öfter nachkommen zu können. Doch nicht selten sind Bootsbesitzer dazu gezwungen aufgrund starker Beschwerden ihr Hobby aufzugeben, denn wer seekrank ist, kann diesen Zustand häufig auch mit noch so viel Willenskraft nicht überwinden. Doch eigentlich können Sie beruhigt sein, wenn Sie seekrank sind, denn nur bei einem vollständig intakten, also gesunden Gleichgewichtsorgan kann Seekrankheit überhaupt auftreten. Am häufigsten betroffen sind Kinder zwischen 2 und 12 Jahren. Menschen ab 50 Jahren werden eher selten seekrank.

Mediziner ordnen die Seekrankheit den sogenannten Bewegungskrankheiten (Kinetosen) zu. Sie resultiert aus einem subjektiv wahrgenommenen Ungleichgewicht zwischen Gleichgewichtssinn, und anderen Sinneseindrücken. Einfacher gesagt: Gleichgewichtssinn und optische Wahrnehmung passen nicht zusammen. Dies ist typischerweise der Fall, wenn das Boot auf dem Sie sich befinden, schwankt, und Sie unter Deck auf feststehende Objekte blicken. Dieser Effekt lässt sich bei nahezu allen Menschen künstlich erzeugen, ist aber gleichzeitig nicht bei allen gleich stark ausgeprägt.

Alle Gleichgewichtsrezeptoren, die sich im Innenohr, genauer gesagt im sogenannten „Labyrinth“ befinden, sind mit dem vegetativen Nervensystem durch Bahnen verbunden. Besonders interessant ist, dass die Auswirkungen auf das vegetative Nervensystem bei ungewohnten, geradlinigen Beschleunigungen, wie etwa die Auf- und Abwärtsbewegungen von Booten oder Schiffen bei Seegang, stärker sind als bei Drehbeschleunigungen. Kommen dann noch Vorwärtsbeschleunigung, Bremsen oder das Hin- und Herschaukeln auf dem Boot oder Schiff hinzu, ist der Reiz besonders groß. Mediziner sprechen von den sogenannten „Koreoliseffekten“. Diese und zusätzliche Bewegungen des Kopfes verstärken die Symptome einer Seekrankheit zusätzlich:

  • Blässe
  • Müdigkeit /häufiges Gähnen
  • Magendruck
  • Schweißausbrüche
  • Übelkeit
  • Erbrechen

Besonders stark können die Sinneskonflikte sein, wenn Sie unter Deck arbeiten oder lesen. Wenn Sie zu Seekrankheit neigen, nutzen Sie für eine Bootstour besser Segelschiffe, denn die Beschwerden sind auf Motorschiffen stärker als auf Segelschiffen, weil bei letzteren das Segel das Schiff durch den Wind stabilisiert.

Lesen Sie hier nächste Woche mehr im 2. Teil "Erste Hilfe bei Seekrankheit".

Quellen:

Online-Informationen der Neurologen und Psychiater im Netz. Schwindelformen: Bewegungsschwindel – Kinetosen und Pseudokinetosen.

Hacke W. Neurologie. Springer Verlag 2016.

Scherer H. Das Gleichgewicht II: Erkrankungen, Kinetosen, Differentialdiagnose, Therapie. Springer Verlag 2013.

Reiß M. Facharztwissen HNO-Heilkunde: Differenzierte Diagnostik und Therapie. Springer Science & Business Media 2009.

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