Reiseimpfungen: Welche Empfehlungen gibt es?

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Ob Strandurlaub in Südostasien, mit dem Rucksack durch den Dschungel oder All-inclusive-Urlaub am Mittelmeer: Eine gute Reisevorbereitung ist das A und O für einen gelungenen Urlaub. Dazu gehören allerdings nicht nur die richtigen Outfits und die Sonnencreme ins Gepäck, sondern auch der Impfpass. Welche Impfungen darin dokumentiert sein sollten, ist von Land zu Land unterschiedlich. Daher ist es gut, sich frühzeitig über die erforderlichen Impfungen für Ihr Reiseland zu informieren.

Diese Impfungen sind Pflicht – nicht nur auf Reisen

Vielleicht ist Deutschland nicht gerade mit der Anzahl an Sonnenstunden verwöhnt. Ein eindeutiger Vorteil gegenüber anderen Ländern ist jedoch die rückläufige Zahl einst verbreiteter Infektionskrankheiten. So trat zum Beispiel der letzte hierzulande erworbene Fall von Kinderlähmung (Poliomyelitis) in den 1990er Jahren auf. Und auch den Wundstarrkrampf (Tetanus) kennen die meisten zum Glück nur dem Namen nach – den Impfungen sei Dank. Allerdings ist dies nicht überall auf der Welt der Fall: So zählen Krankheiten wie Diphterie oder Kinderlähmung, die hier ausgerottet sind, in vielen Ländern der Erde zur aktuellen Bedrohung. Daher lautet eine generelle Empfehlung, seinen Impfschutz (und auch den aller Familienmitglieder) regelmäßig – d. h. nicht nur vor einer Reise – zu überprüfen. Die Ständige Impfkommission (STIKO) des Robert-Koch-Instituts empfiehlt Erwachsenen Impfungen unter anderem gegen diese Infektionskrankheiten:

  • Tetanus
  • Diphterie
  • Keuchhusten
  • Kinderlähmung

Auch gegen die sogenannten Kinderkrankheiten wie Masern, Mumps, Röteln und Windpocken sollten Kinder und Erwachsene geimpft sein, sofern sie die Erkrankung nicht schon durchgemacht haben und daher eine Immunität aufweisen. Zusätzlich gibt es noch weitere empfohlene Impfungen für verschiedene Alters- bzw. Risikogruppen, zum Beispiel für Säuglinge, ältere Menschen oder chronisch Kranke. Welche Impfungen für sie sinnvoll sind, bespricht man am besten mit dem Kinderarzt oder Hausarzt.

Hepatitis-Impfung: Dann ist sie sinnvoll

Grundsätzlich stehen gegen zwei Arten von virusbedingten Leberentzündungen Impfstoffe zur Verfügung: Hepatitis A und Hepatitis B.

Hepatitis A ist auf der ganzen Welt verbreitet. Besonders häufig ist Hepatitis A jedoch in Regionen mit weniger guten Hygieneverhältnissen. Oft erfolgt eine Ansteckung über verunreinigtes Trinkwasser sowie über rohes Obst und Gemüse. In Mittelmeerländern treten auch nach dem Verzehr von Meeresfrüchten immer wieder einmal Erkrankungen mit Hepatitis A auf. Besonders groß ist das Risiko für Hepatitis A jedoch in Asien, Mittel- und Südamerika und Afrika. Eine Impfung sollte mindestens 14 Tage vor Reiseantritt erfolgen, ist aber auch noch kurzfristig möglich.

Mit Hepatitis B kann man sich hingegen nicht über die Nahrung infizieren. Die Ansteckung mit dem Virus erfolgt vor allem über sexuelle Kontakte oder direkten Kontakt mit Blut. Für Personen, die solche Infektionsrisiken nicht ausschließen können ist eine Impfung empfehlenswert. Wie für alle sexuell übertragbaren Krankheiten, gilt auch für Hepatitis B die Empfehlung, sich und andere durch Kondome vor einer Ansteckung zu schützen.

In diesen Ländern kommt Typhus oft vor

Zu den Risikogebieten von Typhus zählen Südamerika, Afrika, Indien und die Länder Südostasiens. Typhus ist eine bakterielle Infektionskrankheit, die durch bestimmte Salmonellen-Arten ausgelöst wird. Die Bakterien werden vor allem über unsaubere Nahrungsmittel und Trinkwasser übertragen. Es steht eine Impfung zur Verfügung, die zwar einen guten, aber keinen hundertprozentigen Schutz bietet. Wer in gefährdete Gebiete reist, sollte neben der Impfung auf entsprechende Hygiene achten und getreu dem Motto „cook it, peel it or leave it“ am besten keine rohen Lebensmittel verzehren und nur abgepackte Getränke zu sich nehmen.

Oft unterschätzt: Tollwut

Während Deutschland aktuell als tollwutfrei gilt, ist diese tödliche Infektionskrankheit in vielen Ländern noch sehr verbreitet. Mit einer Ansteckung rechnen Urlauber oft kaum, wenn sie am Strand und auf den Straßen streunende Hunde oder Katzen streicheln. Die Infektion erfolgt, wenn der Speichel infizierter Tiere in kleine Hautwunden des Menschen gelangt. Ist die Tollwut einmal ausgebrochen, kommt jede Hilfe zu spät, denn die Erkrankung endet stets tödlich. Für Reisende nach Indien, Thailand, Vietnam, Bali, Nepal, Bangladesch und Pakistan ist eine Tollwut-Impfung unbedingt zu empfehlen. Gleiches gilt für den Mittleren und Nahen Osten, Afrika sowie für einige Länder Lateinamerikas.

Cholera und Hirnhautentzündung

Nicht nur Viren, sondern auch einige Bakterien können schwere Erkrankungen hervorrufen. Eine bestimmte Bakterienart, sogenannte Vibrionen, rufen Cholera hervor. Die Erreger werden über Fäkalien verbreitet. Probleme durch Cholera haben vor allem Länder, deren Trink- und Abwassersysteme unzureichend funktionieren. Die Cholera verursacht schwere Brechdurchfälle, die unbehandelt zum Tod führen können. Eine Impfung sollten Thailand-Reisende in Erwägung ziehen, aber auch wer nach Zentralafrika, Indien, China oder Mittel-und Südamerika reisen will, sollte sich beraten lassen, ob eine Cholera-Impfung sinnvoll ist.

Bestimmte Bakterien, sogenannte Meningokokken, können zu einer Hirnhautentzündung (Meningitis) führen. Eine Impfung sollte unter anderem vor Reisen nach Südostasien erwogen werden.

Krank nach Mückenstich: Japanische Enzephalitis, Gelbfieber

Vor allem in Asien ist die Japanische Enzephalitis verbreitet, wobei der Name irreführend ist. Die Krankheit kommt nämlich nicht nur in Japan, sondern auch in Indien und allen Ländern Südostasiens bis hin zu Papua-Neuguinea vor. Stechmücken übertragen die Viren, die eine Hirn- und Hirnhautentzündung (Meningoenzephalitis) hervorrufen und auch zum Tod führen können. Eine Impfung gibt es für Erwachsene und auch für Kinder ab Vollendung des zweiten Lebensmonats. Die Impfung gegen die Japanische Enzephalitis ist vor allem für Reisen in Risikogebiete während der Regenzeit ratsam, da dann besonders viele Stechmücken unterwegs sind.

Auch die Erreger des Gelbfiebers werden von Stechmücken übertragen. Die Virusinfektion ist in Äquatorialafrika und Lateinamerika besonders häufig. Der Impfschutz gegen Gelbfieber wird nicht nur empfohlen, die meisten Risikoländer verlangen sogar einen Impfnachweis bei der Einreise.

Da sich die Situation zu Infektionskrankheiten vor Ort immer wieder ändern kann, ist es ratsam, sich schon während der Reiseplanung und auch nochmal unmittelbar vor Reiseantritt über den aktuellen Stand zu bedrohlichen Infektionskrankheiten zu informieren. Zuverlässige Informationen erteilen das Robert-Koch-Institut und das Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin.

Quellen:

Online-Informationen des Bernhard-Nocht-Instituts für Tropenmedizin (BNITM)

Online-Informationen des Robert Koch-Instituts (RKI)

Online-Informationen der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA)

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Fragen zum Thema Reiseübelkeit

Egal ob auf dem Schiff, im Auto, im Bus oder im Flugzeug, der Auslöser für Reisekrankheit (oft auch als Seekrankheit bekannt), ist immer eine Irritation des Gleichgewichtssinnes. Ausgelöst wird diese Irritation durch widersprüchliche Sinneseindrücke von Auge und Gleichgewichtsorgan.

Wenn Sie wissen, dass Sie unter Reiseübelkeit leiden, können Sie Vomex A auch präventiv einnehmen. Die Einnahme wird ca. eine Stunde vor Reisebeginn empfohlen. Beachten Sie hierzu, insbesondere bei Kindern, die in der Gebrauchsinformation angegeben Dosierungsangaben.