Reise- und Seekrankheit: Welche Medikamente gibt es?

Für Menschen, die unterwegs in Auto, Bahn, Flugzeug oder Schiff leicht mit Übelkeit reagieren, kann jede Reise schnell zur Qual werden. Reiseübelkeit und Seekrankheit können jeden betreffen, Kinder wie Erwachsene. Damit der Ferienbeginn oder die wichtige Geschäftsreise nicht von flauen Bauchgefühlen oder gar Erbrechen überschattet wird, gibt es einige Möglichkeiten, um Reise- und Seekrankheit vorzubeugen. Neben sinnvollen Verhaltensregeln können auch Medikamente hilfreich sein. 

Welche Medikamente helfen bei Reiseübelkeit?

Es gibt verschiedene Arzneimittel, die bei der sogenannten Kinetose, so der medizinische Fachausdruck für die Reise- und Seekrankheit, infrage kommen. Zu den bedeutendsten Wirkstoffgruppen zählen Antihistaminika, die den Wirkstoff Dimenhydrinat (z. B. Vomex A®) enthalten. Sie können sowohl zur Vorbeugung als auch zur Behandlung der Reisekrankheit eingesetzt werden. Dabei wirkt der Arzneistoff genau dort, wo die Übelkeit entsteht: Im sogenannten Brechzentrum des Gehirns. Das Mittel bindet hier an spezielle Andockstellen (H1-Rezeptoren), die für die Vermittlung der Übelkeit zuständig sind. Auf diese Weise hemmt das Medikament den Brechreiz. Ein anderer Wirkstoff, der manchmal gegen Reiseübelkeit eingesetzt wird, ist Scopolamin. Diese Substanz ist in speziellen Pflastern enthalten und wird über die Haut in den Organismus aufgenommen. Scopolamin-haltige Pflaster sind rezeptpflichtig, d. h. sie müssen vom Arzt verschrieben werden.

Tabletten, Dragees, Sirup oder Zäpfchen: Welche Darreichungsform kommt infrage?

Die Palette an Darreichungsformen von Medikamenten gegen Reiseübelkeit ist recht groß und reicht vom Kaugummi und Pflaster bis hin zu Tabletten, Dragees und Zäpfchen. Bei der Wahl ist allerdings nicht nur die persönliche Vorliebe von Bedeutung, die Darreichungsform sollte sich auch den Bedürfnissen auf Reisen anpassen, leicht dosierbar und gegebenenfalls auch für Kinder geeignet sein.

Der Wirkstoff Dimenhydrinat (z. B. Vomex A®) gegen Reiseübelkeit kann zum Beispiel in Form von Sublingualttabletten Dragees, Kapseln, Sirup oder auch Zäpfchen eingenommen werden. Da Kinder sich oft mit dem Schlucken von Dragees oder Tabletten noch schwertun, ist für sie die Darreichungsform als Sirup ideal bei Reiseübelkeit. Er lässt sich zudem sehr gut dem Körpergewicht entsprechend dosieren, was für die Einnahme bei Kindern besonders wichtig ist. 

Tabletten-Einnahme: Was, wenn kein Wasser zur Hand ist?

Für Kinder ab 12 Jahren und für Erwachsene stehen sogenannte Sublingual-Tabletten (Vomex A® Reise) bei Reiseübelkeit zur Verfügung. Die Tabletten werden weder geschluckt noch gekaut, sondern einfach unter die Zunge gelegt, wo sie sich auflösen. Sublingual-Tabletten sind auf Reisen besonders praktisch, da für die Einnahme kein Wasser benötigt wird. 

Wer hingegen Dragees bevorzugt, sollte diese stets mit reichlich Flüssigkeit, etwa Wasser ohne Kohlensäure, einnehmen. Sprudelnde Getränke bilden Gas im Magen, wodurch das ungute Gefühl unter Umständen noch verstärkt wird. 

Medikamente bei Reisekrankheit: Was tun bei starkem Erbrechen?

Zäpfchen, auch Suppositorien genannt, sind eine kluge Alternative für Erwachsene oder Kinder, die sich wegen der Reisekrankheit bereits oft übergeben müssen. Medikamente zum Schlucken sind in diesem Fall wenig geeignet, da der Magen-Darm-Trakt wegen des Erbrechens kaum Gelegenheit hat, das Mittel aufzunehmen. Natürlich gilt generell, vor der Einnahme (wie bei jedem Medikament) auf die richtige Dosierung zu achten. Diese sollte dem Körpergewicht entsprechend angepasst sein, das gilt ganz besonders für Kinder. Daher stehen Zäpfchen speziell für Kinder ab einem Körpergewicht von 8 Kilogramm zur Verfügung (Vomex A® Kinder-Suppositorien). Falls Sie oder Ihr Kind zusätzlich bestimmte andere Medikamente einnehmen, ist es wichtig, zuvor mit Ihrem Arzt oder Apotheker abzusprechen, ob sich diese mit Mitteln gegen Reiseübelkeit vertragen.

Reise- und Seekrankheit: Medikamente bei langen Reisen

Für Menschen, die unter Reiseübelkeit leiden und eine lange Reise vor sich haben, kann diese zur Herausforderung werden. Um unterwegs eine mehrmalige Medikamenten-Einnahme zu umgehen, können sogenannte Retardkapseln (Vomex A® Retardkapseln) eine Möglichkeit sein. Diese geben den Wirkstoff im Verdauungstrakt erst nach und nach ab und sind daher lange wirksam. Retardkapseln eignen sich für Jugendliche ab 14 Jahre und für Erwachsene. 

Übelkeit auf Reisen: Helfen nur Medikamente?

Medikamente bieten bei Reise- und Seekrankheit Hilfe. Um von der Übelkeit unterwegs weitestgehend verschont zu bleiben, lohnt es sich jedoch, auch einige zusätzliche Maßnahmen zu beherzigen. Die Reisekrankheit entsteht, weil das Gehirn Bewegungsreize, etwa beim Beschleunigen oder durch Auf- und Abbewegungen, nicht mit dem in Einklang bringen kann, was wir sehen. Um diesen irritierenden Zustand zu mildern, kann es helfen, nach draußen in Richtung des Horizonts zu schauen. Längeres Lesen oder Beschäftigungen mit Computer oder Smartphone befördern hingegen die Kinetose. Wer eine Flugreise plant, kann vorbeugend einen Fensterplatz buchen. Zudem ist es ratsam, vor Reiseantritt auf üppige Mahlzeiten zu verzichten. Auch Alkohol beeinträchtigt unsere Sinne schnell und kann zusätzlich den Magen reizen. Daher ist es sinnvoll, vor und während der Reise lieber darauf zu verzichten. 

Quellen:

Pschyrembel. Klinisches Wörterbuch. 267. Auflage De Gruyter 2017

Gebrauchsinformation Vomex A in der aktuellen Fassung. Hier zum Download klicken (April & November 2017)

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Fragen zum Thema Reiseübelkeit

Egal ob auf dem Schiff, im Auto, im Bus oder im Flugzeug, der Auslöser für Reisekrankheit (oft auch als Seekrankheit bekannt), ist immer eine Irritation des Gleichgewichtssinnes. Ausgelöst wird diese Irritation durch widersprüchliche Sinneseindrücke von Auge und Gleichgewichtsorgan.

Wenn Sie wissen, dass Sie unter Reiseübelkeit leiden, können Sie Vomex A auch präventiv einnehmen. Die Einnahme wird ca. eine Stunde vor Reisebeginn empfohlen. Beachten Sie hierzu, insbesondere bei Kindern, die in der Gebrauchsinformation angegeben Dosierungsangaben.