Magen-Darm-Infekt: Alles rund um die Auslöser, die Inkubationszeit und die richtigen Maßnahmen

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Wenn Kinder über Bauchmerzen klagen, sich übergeben müssen und Durchfall haben, leiden sie meist an einem Magen-Darm-Infekt. Keine schöne Sache, denn gerade für die Kleinsten ist eine Magen-Darm-Grippe oft sehr unangenehm. Wie Sie Ihren Nachwuchs unterstützen können und was Sie über die gängigsten Auslöser sowie die jeweilige Inkubationszeit wissen sollten, erfahren Sie hier.

Unangenehm: Die Symptome einer Magen-Darm-Erkrankung

Mediziner bezeichnen eine Magen-Darm-Erkrankung als Gastroenteritis. Im allgemeinen Sprachgebrauch heißt es hingegen oft einfach nur „Magen-Darm“. Dabei handelt es sich um eine Schleimhautentzündung im Magen-Darm-Trakt. Verursacht wird diese durch Bakterien oder Viren, die nach einer gewissen Inkubationszeit ordentlich Alarm machen: Übelkeit, Erbrechen, Appetitlosigkeit, Durchfall und Fieber zählen zu den typischen Beschwerden.

Warum muss mein Kind erbrechen und bekommt Durchfall?

Der Körper versucht die unerwünschten Keime möglichst zügig loszuwerden, indem er sie einfach ausschwemmt. Deshalb muss Ihr Kind nach der Inkubationszeit oft mehrfach erbrechen oder mit Durchfall auf die Toilette. Als Mutter macht man sich da natürlich Sorgen, aber wir können Sie beruhigen. Ein Magen-Darm-Infekt klingt in der Regel schon nach wenigen Tagen von selbst wieder ab. Bei Kleinkindern und Säuglingen ist jedoch Vorsicht geboten. Die Kleinen können besonders sensibel auf eine Magen-Darm-Grippe reagieren. Falls sich das Erbrechen oder der Durchfall nicht legt, müssen Sie einen Arzt aufsuchen. Als Faustregel gilt:

  • Mit einem Säugling müssen Sie, falls die Symptome nicht nach spätestens sechs Stunden abklingen, zum Arzt gehen.
  • Wenn Durchfall und Erbrechen bei Kleinkindern länger als 12 Stunden andauern, ist der Gang in die Praxis unabdingbar.

Viren, Bakterien und Co.: Wie lang ist die Inkubationszeit beim Magen-Darm-Infekt?

Die Ursachen eines Magen-Darm-Infekts sind vielfältig. In der Regel werden sie durch Viren und Bakterien verursacht. Wir stellen die gängigsten Auslöser und die jeweilige Inkubationszeit vor:

  • Rotaviren sind für den Großteil der viralen Gastroenteritis-Erkrankungen bei Kindern verantwortlich. Besonders oft erkranken Säuglinge und Kinder im Alter von sechs Monaten bis zu zwei Jahren. Magen-Darm-Infekte durch Rotaviren treten am häufigsten im Frühling zwischen Februar und April auf. Die Inkubationszeit beträgt ein bis drei Tage.
  • Insbesondere Kinder unter fünf Jahren sind anfällig für Noroviren, die häufig in den Wintermonaten ausbrechen. Die Inkubationszeit beträgt etwa sechs bis 50 Stunden.
  • Seltener treten Gastroenteritis-Erkrankungen durch Astroviren auf. Die Keime schlagen vermehrt im Winter bei Kleinkindern zu. Die Inkubationszeit beträgt drei bis vier Tage.
  • Adenoviren treten hingegen das ganze Jahr über auf. Sehr empfindlich für diese Erreger sind Kinder unter zwei Jahre. Die Inkubationszeit bei einer Infektion beträgt drei bis zehn Tage.
  • Salmonellen sind Bakterien, die sich auf nicht ausreichend erhitzten Lebensmitteln sammeln. Dazu zählen rohes Fleisch, roher Fisch und eierhaltige Speisen. Zudem kann eine unzureichende Küchenhygiene die Salmonellenbildung begünstigen. Wenn Ihr Kind mit Salmonellen befallene Lebensmittel verspeist, können sich nach einer Inkubationszeit von etwa sechs Stunden bis drei Tagen Magen-Darm-Beschwerden zeigen.
  • Campylobacter sind ebenfalls in der Küche anzutreffende Bakterien. Sie leben auf rohem Hack- und Geflügelfleisch sowie auf Milchprodukten. Ein Kind, das befallene Speisen zu sich nimmt, kann nach einer Inkubationszeit von zwei bis fünf Tagen Magen-Darm-Probleme bekommen.
  • Enterohämorrhagische Escherichia coli, kurz EHEC, lösen insbesondere bei Kindern und Säuglingen Magen-Darm-Infekte aus. Die Bakterien siedeln auf ungewaschenem Gemüse, rohem Fleisch sowie nicht pasteurisierten Säften oder Milch. Eine Magen- Darm-Erkrankung durch EHEC tritt nach einer Inkubationszeit von drei bis zehn Tagen auf.

Was tun, wenn Ihr Kind „Magen-Darm“ bekommt?

Macht sich nach der Inkubationszeit ein Magen-Darm-Effekt bemerkbar, sollten Sie Ihr Kind umfassend unterstützen. Hier zählen Hygiene, eine sorgsame Essenszubereitung und viel Zuneigung. Wenn Sie unsere fünf Tipps beherzigen, wird Ihr Kind schon bald wieder vergnügt in der Gegend herumtoben:

  1. Sehr wichtig ist ein ausgeglichener Flüssigkeits- und Mineralstoffhaushalt. Durch Erbrechen, Durchfall und Fieber verliert Ihr Kind sehr viel Flüssigkeit. Geben Sie dem kleinen Patienten deshalb genügend und regelmäßig zu trinken – idealerweise Wasser mit einer kindergerechten Elektrolyt-Lösung.
  2. Bis die Durchfallerscheinungen abklingen, sollten Sie keine feste Nahrung reichen. Kochen Sie stattdessen verträgliche Speisen wie Möhrenbrei oder Haferschleim. Auch ein geriebener Apfel ist ein bewährtes Hausmittel. Oder Sie spendieren dem kranken Kind eine zerdrückte Banane.
  3. Einem älteren Kind können Sie ein Arzneimittel auf Dimenhydrinat-Basis verabreichen. Das lindert das Erbrechen und Übelkeitsgefühl.
  4. Nicht unterschätzen sollten Sie eine sorgfältige Hand- und Sanitärhygiene. Damit stellen Sie sicher, dass Sie selbst oder ein Geschwisterchen sich nicht anstecken.
  5. Klagt Ihr Schatz über Bauchschmerzen kann eine Wärmflasche helfen.
  6. Und nicht zuletzt sind viel Aufmerksamkeit, Zuneigung und Liebe immer noch die beste Medizin.

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Fragen zum Thema Magen-Darm-Infekt

Zu den typischen Symptomen eines Magen-Darm-Infekts gehören vor allem Übelkeit, Erbrechen und Durchfall. Es kann aber auch zu Bauch-, Kopf- und Gliederschmerzen kommen und in seltenen Fällen sogar zu Fieber. Die Symptome sind variabel und können getrennt voneinander auftreten. So gibt es den Magen-Darm-Infekt ohne Durchfall oder ohne Erbrechen ebenso wie mit oder ohne Fieber. Magen-Darm-Infekte treten relativ plötzlich auf, sind ansteckend und haben je nach Erreger (meist ein Virus, weniger häufig ein Bakterium) eine Inkubationszeit von 1–7 Tagen.

Magen-Darm-Infekte bei Kindern, insbesondere Babys und Kleinkindern, sind unbedingt ernst zu nehmen. Durch den Flüssigkeitsverlust bei häufigem Erbrechen und/oder Durchfall, evtl. auch Fieber, droht sehr viel schneller eine sogenannte Dehydrierung (Austrocknung) als bei einem Erwachsenen. Das Risiko steigt, je jünger das Kind und je größer der Flüssigkeitsverlust ist. Erste Anzeichen für eine nicht ausreichende Versorgung mit Flüssigkeit sind z. B. auffällig weniger nasse Windeln, dunkelgelber Urin, ungewöhnliche Antriebslosigkeit oder trockene Lippen und Mund. In jedem Fall ist ein Arztbesuch notwendig.

Im Fall eines Infektes versucht Ihr Körper die Auslöser (meist Viren) auszuscheiden, zu diesem Zweck löst Ihr Körper den Vorgang des Erbrechens aus. Daher sollte Vomex A erst eingesetzt werden, wenn das Erbrechen über einen längeren Zeitraum anhält.

Bei Magen-Darm-Infekten spielt die Ernährung eine wichtige Rolle, um den Flüssigkeits- und Salzverlust auszugleichen und den gereizten Magen-Darm-Trakt zu schonen. Nehmen Sie viel Flüssigkeit in Form von Tees (z. B. Kräutertee ohne Zucker) oder Wasser ohne Kohlensäure zu sich. Wenn Sie Hunger verspüren, helfen z. B. Gemüsebrühen, Salzstangen, Zwieback, gesalzene Karotten oder Kartoffeln, aber auch Bananen oder geriebener Apfel, um den Salzspeicher wieder auszugleichen. Während, aber auch nach dem Magen-Darm-Infekt sollten Sie leicht verdauliche Schonkost zu sich nehmen. Vermeiden Sie große Portionen, Blähendes, Fettiges, viele Ballaststoffe und vor allem Zucker (u. a. Alkohol und Süßigkeiten).

Sowohl durch Erbrechen als auch durch Durchfall verliert der Körper Flüssigkeit. Daher ist die Aufnahme von ausreichend Flüssigkeit wichtig, um den Flüssigkeits- und Elektrolythaushalt ausgeglichen zu halten.

Ein Magen-Darm-Infekt ist eine Schmier- oder Kontaktinfektion mit relativ umweltstabilen Erregern. Die Ansteckung muss also nicht direkt durch einen Erkrankten erfolgen, sondern kann auch indirekt über Türklinken oder anderen Kontaktflächen geschehen.

Die Dauer eines Magen-Darm-Infekts ist vor allem von der Art des Erregers abhängig. Die meisten Erreger verursachen innerhalb von 1–3 Tagen die unangenehmsten Symptome, die dann aber schnell wieder abklingen. Wenige Erreger verursachen Beschwerden an mehr als 3 Tagen. Innerhalb von 5 Tagen sollte es aber zu einer deutlichen Besserung gekommen sein. Bleiben hohes Fieber, Blut im Stuhlgang oder starke Bauchschmerzen bestehen, suchen Sie erneut Ihren Arzt auf.