Das ist bei einem Magen-Darm-Infekt zu beachten

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Im Herbst und Winter, etwa von Oktober bis März, haben Magen-Darm-Erkrankungen Hochsaison und kommen häufiger vor. Für Erbrechen und Durchfall kommen verschiedene Erreger als Auslöser infrage. Dazu gehören zum Beispiel Noroviren, an denen grundsätzlich jeder erkranken kann. Allerdings trifft die Infektion mit diesem Krankheitserreger Kinder unter 5 Jahren und ältere Menschen über 70 Jahren besonders häufig.

Ist eines Ihrer Familienmitglieder erkrankt, sind ein paar Dinge zu beachten, damit Sie verhindern, dass sich die Krankheit weiter in Ihrem Haushalt ausbreitet. Auch für den Betroffenen sind diese Vorsichtsmaßnahmen wichtig, damit er sich gut erholen kann. Für ihn heißt es nun „Schongang einlegen!“ und das Bett hüten. Folgende Ratschläge und Verhaltensregeln sollten Sie beachten:

Halten Sie Abstand

Gesunde Familienmitglieder sollten den direkten Kontakt zum Erkrankten nach Möglichkeit weitestgehend vermeiden – und zwar bis zu 2 Tage, nachdem die Krankheitszeichen abgeklungen sind.

Eigene Zimmer für den „Patienten“

Wenn Sie die Möglichkeit haben, sollten Sie dem Erkrankten ein eigenes Zimmer und ein eigenes Badezimmer herrichten. Er sollte auch bis zu 14 Tage, nachdem er wieder gesund ist, eine eigene Toilette benutzen.

Getrennte Handtücher und Pflegeartikel

Gerade wenn Sie nicht die Möglichkeit haben, Ihrem erkrankten Familienmitglied ein eigenes Bad zur Verfügung zu stellen, ist es sehr wichtig, dass jeder ein eigenes Handtuch sowie Körperhygieneartikel benutzt. Hängen Sie das Handtuch auch an eine separate Stelle, damit es nicht zu Verwechslungen kommt.

Bei jedem Kontakt: Hände gründlich waschen

Nicht jeder, der an einem Magen-Darm-Infekt erkrankt ist, kann sich selbst versorgen. Sollten Sie den Erkrankten pflegen, achten Sie unbedingt darauf, sich gründlich die Hände zu waschen.

Strikte Hygiene für Bad und WC einhalten

Waschbecken und Toilette, aber auch Türgriffe und weitere Gegenstände, die der Erkrankte benutzt hat (z.B. das Telefon) müssen unbedingt regelmäßig gesäubert werden. Am besten verwenden Sie Einmaltücher, die Sie dann sofort entsorgen. Gängige Reinigungsmittel sind vollkommen ausreichend, solange Sie alles gründlich abwischen.

Wäsche heiß waschen

Sowohl Bettwäsche, Handtücher, Waschlappen als auch Kleidung sollten Sie im Krankheitsfall häufig wechseln und rasch bei mindestens 60°C waschen.

Schule, Kita, Arbeit und Besuch sind tabu

Bei Magen-Darm-Erkrankungen ist es wichtig, dass öffentliche Einrichtungen wie Schule, Kita und auch die Arbeitsstelle gemieden werden, damit sich die Erkrankung nicht weiter ausbreitet. Wenn Sie oder ein Familienmitglied plötzlich an heftigen Durchfällen und Erbrechen leiden, die auch von Fieber sowie Kopf- und Gliederschmerzen begleitet sein können, rufen Sie Ihren Haus- oder Kinderarzt an. Er kann einschätzen, wie hoch das Risiko einer sehr ansteckenden Magen-Darm-Erkrankung ist und Sie zu sich in die Praxis bitten. Da sich Großeltern und Kinder wegen ihres höheren bzw. niedrigeren Alters und schwachen Immunsystems auch häufig schneller anstecken, sollten Sie vorerst alle Besuche absagen.

Quellen:

Bundeszentrale für Noroviren: Informationen über Krankheitserreger beim Menschen – Hygiene schützt.

Robert Koch-Institut: Norovirus Gastroenteritis – RKI-Ratgeber für Ärzte. Online-Information. 

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Fragen zum Thema Magen-Darm-Infekt

Zu den typischen Symptomen eines Magen-Darm-Infekts gehören vor allem Übelkeit, Erbrechen und Durchfall. Es kann aber auch zu Bauch-, Kopf- und Gliederschmerzen kommen und in seltenen Fällen sogar zu Fieber. Die Symptome sind variabel und können getrennt voneinander auftreten. So gibt es den Magen-Darm-Infekt ohne Durchfall oder ohne Erbrechen ebenso wie mit oder ohne Fieber. Magen-Darm-Infekte treten relativ plötzlich auf, sind ansteckend und haben je nach Erreger (meist ein Virus, weniger häufig ein Bakterium) eine Inkubationszeit von 1–7 Tagen.

Magen-Darm-Infekte bei Kindern, insbesondere Babys und Kleinkindern, sind unbedingt ernst zu nehmen. Durch den Flüssigkeitsverlust bei häufigem Erbrechen und/oder Durchfall, evtl. auch Fieber, droht sehr viel schneller eine sogenannte Dehydrierung (Austrocknung) als bei einem Erwachsenen. Das Risiko steigt, je jünger das Kind und je größer der Flüssigkeitsverlust ist. Erste Anzeichen für eine nicht ausreichende Versorgung mit Flüssigkeit sind z. B. auffällig weniger nasse Windeln, dunkelgelber Urin, ungewöhnliche Antriebslosigkeit oder trockene Lippen und Mund. In jedem Fall ist ein Arztbesuch notwendig.

Im Fall eines Infektes versucht Ihr Körper die Auslöser (meist Viren) auszuscheiden, zu diesem Zweck löst Ihr Körper den Vorgang des Erbrechens aus. Daher sollte Vomex A erst eingesetzt werden, wenn das Erbrechen über einen längeren Zeitraum anhält.

Bei Magen-Darm-Infekten spielt die Ernährung eine wichtige Rolle, um den Flüssigkeits- und Salzverlust auszugleichen und den gereizten Magen-Darm-Trakt zu schonen. Nehmen Sie viel Flüssigkeit in Form von Tees (z. B. Kräutertee ohne Zucker) oder Wasser ohne Kohlensäure zu sich. Wenn Sie Hunger verspüren, helfen z. B. Gemüsebrühen, Salzstangen, Zwieback, gesalzene Karotten oder Kartoffeln, aber auch Bananen oder geriebener Apfel, um den Salzspeicher wieder auszugleichen. Während, aber auch nach dem Magen-Darm-Infekt sollten Sie leicht verdauliche Schonkost zu sich nehmen. Vermeiden Sie große Portionen, Blähendes, Fettiges, viele Ballaststoffe und vor allem Zucker (u. a. Alkohol und Süßigkeiten).

Sowohl durch Erbrechen als auch durch Durchfall verliert der Körper Flüssigkeit. Daher ist die Aufnahme von ausreichend Flüssigkeit wichtig, um den Flüssigkeits- und Elektrolythaushalt ausgeglichen zu halten.

Ein Magen-Darm-Infekt ist eine Schmier- oder Kontaktinfektion mit relativ umweltstabilen Erregern. Die Ansteckung muss also nicht direkt durch einen Erkrankten erfolgen, sondern kann auch indirekt über Türklinken oder anderen Kontaktflächen geschehen.

Die Dauer eines Magen-Darm-Infekts ist vor allem von der Art des Erregers abhängig. Die meisten Erreger verursachen innerhalb von 1–3 Tagen die unangenehmsten Symptome, die dann aber schnell wieder abklingen. Wenige Erreger verursachen Beschwerden an mehr als 3 Tagen. Innerhalb von 5 Tagen sollte es aber zu einer deutlichen Besserung gekommen sein. Bleiben hohes Fieber, Blut im Stuhlgang oder starke Bauchschmerzen bestehen, suchen Sie erneut Ihren Arzt auf.