Medikamente kindersicher aufbewahren

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Pillen und Tabletten – bunte Versuchung für die Kleinsten

Kinder sind von Natur aus neugierig und sobald Ihr Kind sich selbständig fortbewegen kann, beginnt es, seine Umgebung auf eigene Faust zu erkunden. Offene Behälter, Schubladen und Schränke, die sich in Reichweite befinden, sind nun nicht mehr vor den kleinen Entdeckern sicher. Und hier lauert eine nicht unerhebliche Gefahr, denn gerade kleine Kinder stecken gerne alles, was sie beim Spielen und Erkunden in die Hände bekommen, in den Mund. Vor allem bunte Farben üben eine geradezu magische Anziehungskraft auf die Sprösslinge aus. Und so ist es in einem kurzen, unbeaufsichtigten Moment schnell passiert: Die bunten Pillen, die arglos auf dem Nachttisch oder auf einer Ablage im Badezimmer liegengelassen wurden, sehen zum Teil genau wie leckere Bonbons aus, landen im Mund und sind mir nichts, dir nichts verschluckt. Je nach Medikament kann es dadurch im schlimmsten Fall zu einer schweren Vergiftung kommen. Bereits ab einem Alter von sieben Monaten bis etwa vier Jahren zählen Vergiftungen durch Medikamente und andere haushaltsübliche Stoffe wie Reinigungsmittel zu den häufigsten Unfallarten bei Kindern.

Verwechselung von Medikamenten – ein weiteres Risiko

Doch Medikamentenunfälle passieren nicht nur aus kindlicher Neugier. Ein weiteres Risiko liegt darin, dass einige Medikamente sich schlecht voneinander unterscheiden lassen. So können Eltern beispielsweise das niedrig dosierte Fieberzäpfchen für das Kleinkind in der Hektik leicht mit dem höher dosierten für das ältere Geschwisterkind verwechseln. Ebenso ähneln sich viele Tabletten in Größe, Farbe und Form. So kommt es zum Beispiel bei Fluoridtabletten, die der Kariesprophylaxe dienen, zur Verwechselung mit Schilddrüsen- oder Jodidtabletten für Erwachsene. 

Der richtige Umgang mit Medikamenten

Um das Risiko von Medikamentenunfällen zu verringern, kommt es zum einen auf die sichere Aufbewahrung an. Nicht weniger wichtig ist es jedoch, dem Kind frühzeitig den richtigen Umgang mit Medikamenten nahezubringen: 

  • Sprechen Sie mit Ihren Kindern frühzeitig und altersgemäß über die möglichen Gefahren von Medikamenten. Erklären Sie ihm, dass sie nicht zum Essen oder Naschen gemacht sind, sondern es Medikamente nur dann bekommt, wenn es krank ist. Machen Sie auch deutlich, dass nur Sie dem Kind die Medizin geben und dass es diese nicht selbständig einnehmen darf.
  • Bezeichnen Sie Tabletten niemals als „Bonbon“ oder flüssige Medikamente als „bunten Saft“, um Sie Ihrem Kind schmackhafter zu machen. Dies verharmlost das Arzneimittel und animiert den Sprössling möglicherweise dazu, es zwischendurch noch einmal zu probieren.
  • Nehmen Sie Medikamente nach Möglichkeit nicht vor den Augen Ihres Kindes ein, da Kinder dazu neigen, Erwachsene nachzuahmen. 

Tipps für die sichere Aufbewahrung

Aufklärung und ein verantwortungsbewusster Umgang mit Medikamenten sind wichtig, bieten jedoch keine Garantie dafür, dass Ihr Kind sich beim Spielen nicht doch einmal vergisst oder die bunten Pillen mit einem Bonbon verwechselt. Um Unfällen vorzubeugen, sollten Sie deshalb immer auf eine sichere Aufbewahrung der Medikamente achten. 

  • Lagern Sie alle Medikamente in einem abschließbaren Schrank, der für das Kind nicht zugänglich ist. Höhe alleine ist dabei nicht ausreichend: Unterschätzen Sie nicht die Neugier und den Unternehmungsgeist Ihres Nachwuchses. Viele Kinder sind wahre Meister darin, Unerlaubtes mit allen Mitteln und Wegen zu erreichen – auch scheinbar unerreichbare Gegenstände. Was schnell in Vergessenheit gerät: Handtaschen oder Jacken hängen häufig auf gut erreichbarer Höhe an der Stuhllehne oder Garderobe. Und damit sind Medikamente, die möglicherweise in der Tasche stecken, für Ihr Kind keineswegs unerreichbar.
  • Auch wenn es unpraktisch erscheint: Lagern Sie auch Medikamente, die Sie regelmäßig benötigen, im Medikamentenschrank. Natürlich versuchen Eltern in der Regel nach bestem Wissen und Gewissen, alle Arzneimittel kindersicher aufzubewahren. Die Erfahrung zeigt jedoch, dass häufig benötigte Medikamente (wie zum Beispiel die Anti-Baby-Pille, Blutdruckmedikamente oder Medikamente aus der Haus- und Reiseapotheke, wie zum Beispiel Vomex) dennoch oft in Sichtweite liegen, um die Einnahme nicht zu versäumen oder sie schnell zur Hand zu haben.
  • Grundsätzlich sollten Sie Medikamente nicht zusammen mit Lebensmitteln lagern. Manchmal lässt sich dies jedoch nicht vermeiden – beispielsweise, wenn ein Medikament im Kühlschrank aufbewahrt werden muss. Verpacken Sie solche Medikamente stets in schwer zu öffnenden Dosen.
  • Lagern Sie Medikamente für chronisch kranke Kinder, ältere Kinder oder erwachsene Familienangehörige getrennt, um Verwechselungen zu vermeiden.
  • Lassen Sie Tabletten, die Sie für sich selbst bereitstellen, nicht auf dem Tisch stehen, sondern nehmen Sie diese sofort ein.
  • Achten Sie darauf, dass auch andere Familienmitglieder, die in Ihrem Haushalt regelmäßig ein und ausgehen, ihre Tabletten nicht frei zugänglich lagern. Dazu gehören zum Beispiel die Großeltern des Kindes, die unter Umständen regelmäßig Tabletten einnehmen und sie in für die Kinder spannenden Wochen- oder Tagesdosierern aufbewahren.
  • Schließen Sie Medikamente mit einem Sicherheitsverschluss nach dem Gebrauch sorgfältig. Das sind zum Beispiel Fläschchen mit flüssigen Arzneimitteln, die sich nur durch gleichzeitiges Drücken und Drehen öffnen lassen.
  • Entsorgen Sie alte oder abgelaufene Medikamente sofort und bewahren Sie diese nicht unnötig auf. Auf der Webseite des Bundesministeriums für Bildung und Forschung erfahren Sie, wie Sie Arzneimittel in Ihrem Bundesland am besten entsorgen. 

Was tun im Notfall?

Hat Ihr Kind trotz aller Vorsichtsmaßnahmen unbeobachtet ein Arzneimittel geschluckt, gilt es zunächst Ruhe zu bewahren. Es ist ratsam, dass Sie besonnen, aber zügig folgendermaßen vorgehen:

  • Wenn Ihr Kind an lebensbedrohlichen Symptomen wie Atemstörungen oder Bewusstlosigkeit leidet, rufen Sie zuerst die europaweit gültige Notrufnummer 112.
  • Wenden Sie sich ansonsten an eine Giftnotrufzentrale. Eine Liste mit den Giftnotrufzentralen und Giftinformationszentren in Deutschland, Österreich und der Schweiz finden Sie auf der Seite des Bundesamtes für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit.
  • Halten Sie die Verpackung des Präparats bereit, damit Sie möglichst genaue Angaben dazu machen können, was Ihr Kind verschluckt hat. Die Giftnotrufzentrale wird aufgrund der Informationen zum Medikament, zum Kind und zum Unfallhergang eine Einschätzung der Vergiftung vornehmen und Ihnen weitere Maßnahmen empfehlen.
  • Führen Sie die von der Giftnotrufzentrale oder dem Notruf empfohlenen Sofortmaßnahmen unmittelbar durch. Haben Sie den Notarzt gerufen, bleiben Sie bis zu seinem Eintreffen bei Ihrem Kind und beruhigen Sie es durch gutes Zureden und streicheln.
  • Auch bei einer leichten Vergiftung, bei der Sie den Notarzt nicht einschalten müssen, empfiehlt es sich, dass Sie mit Ihrem Kind vorsichtshalber den Kinderarzt aufsuchen. Nehmen Sie auch zum Kinderarzt die Medikamentenverpackung mit, damit er sich ein genaues Bild machen kann.

 Auch wenn es bei Ihrem Kind nach der regulären Einnahme eines Arzneimittels zu einer schweren allergischen Reaktion oder Unverträglichkeit kommt, ist es wichtig, sofort zu handeln. Eine leichte allergische Reaktion zeigt sich meistens an einem leichten Hautausschlag, der wieder abklingt, sobald Sie das Medikament absetzen. Typische Zeichen für eine schwere allergische Reaktion sind: 

  • Übelkeit
  • kalter Schweiß
  • Schwindel und Benommenheit
  • Schwellungen im Gesicht und an den Schleimhäuten
  • ein nesselartiger Hautausschlag
  • Atemnot und Kreislaufprobleme

Diese Beschwerden gehören sofort in die Hände eines Notarztes, da es zu einem lebensbedrohlichen allergischen Schock kommen kann.

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Fragen zum Thema Allgemein

Bei starkem Erbrechen wird ein Arzneimittel zum Einnehmen möglicherweise wieder erbrochen, bevor es wirken kann. Daher sind in solchen Fällen Zäpfchen das Mittel der Wahl. Bei Durchfallerkrankungen sind dagegen sicherlich Medikamente in Drageeform, Kapseln oder ein Sirup besser einzusetzen. Für Kinder werden meist besondere Darreichungsformen angeboten, wie z. B. niedriger dosierte Zäpfchen oder flüssige Formen wie Sirup mit einem Messbecher zum einfachen Abmessen der richtigen Dosis.

Die Dosierung von Vomex A® soll sich am Körpergewicht sowie an den individuellen Bedürfnissen orientieren. Wenn vom Arzt nicht anders verordnet müssen insbesondere bei Kindern die Dosierungsvorschrifen in der Packungsbeilage beachtet werden.

Wenn eine Neigung zur Reise- oder Seekrankheit bekannt ist, ist es sogar sehr zu empfehlen, vorsorglich Vomex A einzunehmen, damit die Beschwerden erst gar nicht entstehen. Vomex A sollte dann 30-60 Minuten vor Reiseantritt genommen werden.