Hilfe bei plötzlicher Übelkeit

Wenn Übelkeit plötzlich und unvorhergesehen auftritt, ist dies besonders unangenehm. Grundsätzlich kann das jedem einmal passieren, doch manchmal passiert es gerade dann, wenn es besonders unpassend ist: Während eines wichtigen Termins, auf Geschäftsreise, während eines Familienausflugs oder im Urlaub. Dabei kann die Übelkeit Erwachsene genauso unangenehm überraschen wie Kinder. Aber welche Ursachen können dahinterstecken? Wann ist ärztlicher Rat gefragt und was hilft, wenn einem plötzlich schlecht wird?

Viele Ursachen: Warum wird mir plötzlich übel?

Auch wenn es vielleicht komisch klingt: Übelkeit an sich ist zunächst noch nichts Schlechtes. Vielmehr handelt es sich um ein Symptom, durch das der Körper darauf hinweist, dass etwas nicht in Ordnung ist. Zwar können die Ursachen für Übelkeit in ganz unterschiedlichen Organen ihren Ursprung haben, letztlich führen sie jedoch im Kopf, genauer gesagt im Brechzentrum des Gehirns, zu dem bekannten Unwohlsein. Folgt dann sogar Erbrechen, versucht der Organismus schlicht, sich schädlicher Stoffe zu entledigen. Dieser Mechanismus ist ein evolutionäres Erbe, ursprünglich mit dem Sinn, uns vor Vergiftungen zu schützen. Der Körper hat diese Errungenschaft jedoch bis heute beibehalten, obwohl eine Vergiftung zu den eher selteneren Gründen zählt und es viele andere Ursachen für Übelkeit gibt.

Plötzliche Übelkeit kann harmlose wie auch ernste Ursachen haben, dazu zählen zum Beispiel:

  • Magen-Darm-Infekte, meist ausgelöst durch Viren (z. B. Noro-Viren) oder Bakterien (z. B. durch verunreinigte oder verdorbene Lebensmittel)
  • Unverträglichkeiten oder Allergien auf bestimmte Nahrungsmittel
  • Magenschleimhautentzündung (Gastritis)
  • Stress und Aufregung
  • Ungewohnte Ernährung (z. B. im Urlaub)
  • als Begleitsymptom von Kopfschmerzen (etwa bei Migräne)
  • als Begleitsymptom anderer organischer Erkrankungen (z. B. von Herz, Nieren, Bauchspeicheldrüse)
  • Nebenwirkung bestimmter Medikamente
  • Ungesunde Lebensweise, wie ein „Zuviel“ an Kaffee, Alkohol oder Nikotin
  • bei Frauen: hormonelle Ursachen wie Schwangerschaft
  • Reiseübelkeit (Kinetose) unterwegs im Auto, in der Bahn, im Flugzeug oder auf dem Schiff (Seekrankheit)

Plötzliche Übelkeit – wann zum Arzt?

In vielen Fällen lässt die Situation, in der die Übelkeit aufgetreten ist, bereits einen Rückschluss auf die Ursache zu: Klagt ein – bis dahin gesundes – Kind während der Urlaubsfahrt plötzlich, ihm sei schlecht, liegt die Vermutung nahe, dass es unter Reiseübelkeit leidet. Sind wir vor einem wichtigen Termin besonders aufgeregt, haben zuvor eventuell wenig gegessen oder – stattdessen – viel Kaffee getrunken, sind womöglich Stress und Übersäuerung des Magens die Auslöser. Und folgen auf plötzliche Übelkeit Durchfall und Fieber, ist ein Magen-Darm-Infekt eine wahrscheinliche Erklärung. Bei milden bis mäßigen Beschwerden kann man in solchen Situationen oft zunächst einmal abwarten, ob sich von alleine eine Besserung einstellt.

Ein absoluter Ernstfall liegt jedoch bei Verdacht auf eine Vergiftung vor, etwa wenn ein Kind Pflanzenteile oder chemische Substanzen, wie Haushaltsreiniger, verschluckt hat. Die Informationszentrale gegen Vergiftungen (www.gizbonn.de) bietet für solche Fälle eine Hotline an, die rund um die Uhr erreichbar ist. Dort erfährt man, was die ersten wichtigsten Maßnahmen im Vergiftungsfall sind. Die Notrufnummer lautet 0228 / 19240.

Auch wenn ein Kind nach einem Sturz auf den Kopf plötzlich über Übelkeit klagt oder sich übergibt, sollten Eltern nicht lange abwarten, sondern sofort eine Ambulanz aufsuchen. Die Übelkeit ist dann ein Symptom einer Gehirnerschütterung.

Folgen lang anhaltenden Erbrechens

Durch die Übelkeit und das Erbrechen selbst können ebenfalls Komplikationen auftreten. Ein Risiko besteht vor allem bei heftigem oder anhaltendem Erbrechen: Dadurch verliert der Körper schnell wichtige Salze und viel Flüssigkeit. Wird beides nicht rasch ausgeglichen, kann es unter Umständen kritisch werden: Der Körper trocknet aus und Kreislaufprobleme bis hin zum Kreislaufkollaps können drohen. Ganz besonders für Kinder kann dies gefährlich werden und zwar umso rascher, je jünger sie sind. Daher ist es immer ratsam, mit einem Säugling oder Kleinkind zum Arzt zu gehen, wenn es sich binnen kurzer Zeit mehrfach übergeben musste, ganz gleich welche Ursache dies hat. Auch Schwangere sollten mit ihrem Frauenarzt sprechen, wenn sie anhaltend unter Übelkeit und Erbrechen leiden.

Auch bei plötzlicher starker Übelkeit ohne erkennbare Ursache, eventuell in Kombination mit einem ausgeprägten Schwächegefühl, starken Schmerzen in Brust oder Bauch oder hohem Fieber, sollte umgehend ein Arzt gerufen werden. Dies können Hinweise auf ernste innere Erkrankungen sein, etwa einen Herzinfarkt oder eine akute Entzündung eines Organs, die sofortige ärztliche Hilfe erfordern.

Was kann ich selbst tun bei plötzlicher Übelkeit?

Neben den Maßnahmen, die unter Umständen der Arzt bereits gegen die Übelkeit und deren Ursache verordnet hat, können Sie selbst auch einiges tun, um Ihre Beschwerden oder die Ihres Kindes zu lindern:

  • Für Ruhe sorgen, z. B. zusätzliche Lärmquellen, Radio, Fernsehgeräte ausschalten
  • Für frische Luft sorgen: Lüften Sie oder machen Sie einen kleinen Spaziergang. Atmen Sie bewusst tief aus und ein.
  • Ablenken: Hilft vor allem Kindern, z. B. eine schöne Geschichte vorlesen oder unterwegs „Ich sehe was, was Du nicht siehst“ spielen (möglichst mit dem Blick nach draußen)
  • Beruhigende Tees trinken bzw. anbieten (z. B. Kamille, Ingwer, Fenchel)
  • Bei leichter Übelkeit eventuell eine Kleinigkeit essen, z. B. ein Stückchen Weißbrot

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Fragen zum Thema Allgemein

Bei starkem Erbrechen wird ein Arzneimittel zum Einnehmen möglicherweise wieder erbrochen, bevor es wirken kann. Daher sind in solchen Fällen Zäpfchen das Mittel der Wahl. Bei Durchfallerkrankungen sind dagegen sicherlich Medikamente in Drageeform, Kapseln oder ein Sirup besser einzusetzen. Für Kinder werden meist besondere Darreichungsformen angeboten, wie z. B. niedriger dosierte Zäpfchen oder flüssige Formen wie Sirup mit einem Messbecher zum einfachen Abmessen der richtigen Dosis.

Die Dosierung von Vomex A® soll sich am Körpergewicht sowie an den individuellen Bedürfnissen orientieren. Wenn vom Arzt nicht anders verordnet müssen insbesondere bei Kindern die Dosierungsvorschrifen in der Packungsbeilage beachtet werden.

Wenn eine Neigung zur Reise- oder Seekrankheit bekannt ist, ist es sogar sehr zu empfehlen, vorsorglich Vomex A einzunehmen, damit die Beschwerden erst gar nicht entstehen. Vomex A sollte dann 30-60 Minuten vor Reiseantritt genommen werden.